Mehr Zeit für Dich – Zeitdiebe enttarnen

Dortmund

Kennst Du das auch: Gerade erst hat der Tag begonnen, da ist er auch schon wieder rum. Und wieder ist für Dich keine freie Zeit übrig geblieben. Wie kann das sein? Vielleicht, weil auch Du umgeben bist von Zeitdieben?

Zeitdiebe

Was sind Zeitdiebe? Für mich sind das die Aktivitäten, die wir tun, weil sie getan werden wollen, die uns aber keine Freude machen und nur wenig Nutzen bringen. Sie klauen Deine Zeit ohne dass Du davon wirklich profitierst. Wir tun sie einfach ohne groß darüber nachzudenken, ob wir sie wirklich machen müssen.
Natürlich gibt es jede Menge Dinge, die wir nicht gerne machen, die aber trotzdem einen Sinn haben: Wenn ich meine Wohnung putze, kostet mir das Putzen Zeit und es macht mir keinen Spaß. Aber es dient dem Zweck, dass ich mich die nächsten Tage an einer sauberen Wohnung erfreuen kann. Oder die blöde Steuererklärung, die ich mache, um im besten Falle hinterher Geld zurück zu bekommen.
Bei den Zeitdieben gibt es aber keinen Nutzen. Zeitdiebe nutzen nur sich selbst und Du selbst hast gar nichts davon.

Ich habe Dir eine Liste mit typischen Zeitdieben zusammengestellt, die Du nach und nach aus Deinem Leben entsorgen kannst. „Nach und nach“ deshalb, weil es im ersten Moment etwas Aufwand erfordert. Aber danach bist Du freier und das fühlt sich super an!

Also: Here we go!

Werbung

Ein typischer Zeitdieb ist die Werbung, die uns ständig erreicht. Da kommen regelmässig  eMails in Dein Postfach, weil Du irgendwann mal irgendwo was bestellt hast oder versehentlich Deine Mail-Adresse preisgegeben hast. Oder Du hast wieder Post von irgendeinem Versandhändler im Briefkasten, die Du ungelesen entsorgst. Genauso nervig sind die Werbeprospekte, die man Dir ungefragt in den Briefkasten steckt.

Meist nervt es uns und wir löschen die unerwünschte Mail, packen die Werbung ungelesen in den Müll. Das ist im Moment das einfachste. Aber wenn Du da nichts unternimmst, bedeutet es auch, dass Du Dich jedesmal kurz ärgerst, wenn Du Deine kostbare Zeit wieder mit der Entsorgung von Dingen verschwenden musst, die Du gar nicht haben willst. Und bei den Papiersendungen ist es doppelt ärgerlich: Es ist Ressourcenverschwendung und Du musst es auch noch zum Altpapiercontainer bringen.

Damit Du diese Dinge endgültig los bist tu folgendes:

  • Melde Dich von Mail-Newslettern ab, die Du nicht lesen magst.
  • Richte den Spamfilter in Deinem Mail-Postfach so ein, dass er wiederkehrenden Spam direkt in den Spam-Ordner packt.
  • Achte bei zukünftigen Bestellungen darauf, den oft voreingestellten Haken für die Eintragung zum Newsletter zu entfernen.
  • Mache ein Schild an Deinen Briefkasten, auf dem steht „Keine Werbung einwerfen“.
  • Informiere die Versandhändler, deren Post Du nicht mehr willst, dass sie Dich aus ihrem Verteiler entfernen sollen.
  • Trag Dich in die Robinsonliste ein.

Bali

Unordnung

Ein Zeitdieb, den wir oft gar nicht als solchen erkennen, ist Unordnung und der Besitz von zu viel Zeug.

Du kennst das vielleicht: Du suchst manchmal nach Dingen oder Du musst sie umständlich aus der hintersten Ecke raus wühlen. Und das nervt.
Deine Ablage besteht aus einem Stapel Papier. Wenn Du etwas suchst, dauert es ewig.
Es gibt Dinge in Deinem Haushalt, die Du nie benutzt. Kleidung, die Du schon lange nicht mehr trägst. Ungeliebte Geschenke, die Dich bei jedem Anblick stören.

All diese Umstände empfinden wir meist als störend. Sie rauben uns Energie, Lebenszeit und unsere gute Laune.
Wie schön wäre es, wenn wir nur das besässen, was uns wertvoll ist und diese Dinge dann schön geordnet hätten? Wenn Du da gerne bei wärst, dann geh wie folgt vor:

Nimm Dir in den nächsten Wochen vor, an drei Tagen die Woche etwas auszumisten. Und dabei nimm Dir nur kleine Bereiche vor: Heute die oberen Küchenschränke, nächstes mal die Schubladen der Schlafzimmer-Kommode, etc. Ich finde, alles, was ich nicht vermissen würde, wenn es kaputt wäre, kann weg.
Mach Dir eine To-do-Liste und nimm Dir an jedem der drei Tage – es können auch zwei oder vier sein – eine kleine Ecke vor, die Du nach Erledigung abhaken kannst. Wenn Du in kleinen Schritten vorgehst, kannst Du Dich besser motivieren und Du merkst mit jedem abhakten Punkt, wie befreiend es ist, auszumisten.
Die aussortierten Dinge kannst Du in drei Kategorien sortieren: Entsorgen, Verschenken und Verkaufen. Kümmere Dich beim Ausmisten regelmässig darum, die aussortierten Sachen aus dem Haus zu bekommen, sonst lagern sie hinterher nur woanders.

Irgendwann hast Du alle Ecken inspiziert und besitzt dann nur noch das, was Dir wirklich wertvoll ist. Und dann kommt der Moment, an dem Du das, was noch da ist, noch mal neu ordnest, wenn das erforderlich ist.
Ab jetzt wirst Du Dich nicht mehr über all das Zeug ärgern, das Du eigentlich gar nicht besitzen möchtest.

Und für die Zukunft heißt das: Achte darauf, dass Deine Schränke nicht wieder zumüllen. Kauf nur Dinge, die Dir dauerhaft wertvoll sein werden.
Und was Geschenke angeht: Lass Dir nur noch Dinge schenken, die Du wirklich längerfristig besitzen möchtest. Das kannst Du mit Deinen Leuten absprechen. Und wenn sich jemand nicht dran halten will, freut sich vielleicht Deine Kollegin über Dein ungeliebtes Geburtstagsgeschenk.

New York

Pflegeintensiver Besitz und aufwändige Hobbies

Manchmal geht auch viel unserer Zeit in Besitz, der sehr pflegeintensiv ist. Das große Haus, der große Garten oder auch zeitintensive Hobbies aus alten Zeiten, Ehrenämter, etc.

Für viele Menschen ist es eine absolute Erfüllung, ein Haus und einen Garten zu haben, weil sie viel Freude daran haben, ein Haus in Schuss zu halten und sich dabei entspannen, im Garten zu arbeiten. Für andere ist es eher ein Statussymbol oder eine Sache, die irgendwie zum Erwachsensein dazugehört.

Und auch Hobbies passen vielleicht irgendwann nicht mehr zu uns und können ausgetauscht werden.
Ehrenämter, die wir nur machen, weil sie uns angetragen wurden, auf die wir selber aber keine Lust haben, sollten wir besser abgeben. Du hast sie jetzt eine Weile gemacht, dann ist jetzt mal jemand anderes dran. Und lass Dich nicht einlullen, indem man Dir Honig um den Bart schmiert, wie toll Du das kannst. Ja, Du kannst es jetzt gut, dann kann jetzt mal jemand anderes die Chance bekommen, etwas zu lernen.

Wenn Du Dir Dinge ans Bein bindest, dann achte gut darauf, ob Du sie wirklich willst oder ob Du sie tust, weil „man das so macht“, weil Du dafür geliebt werden willst oder weil es jemand anderes von Dir erwartet.

Manchmal stellt man auch fest, dass sich das Leben verändert. Dass plötzlich Dinge nicht mehr zu Dir passen, die du früher noch toll fandest.
Dann pass sie an. Man darf immer seine Meinung ändern. Da ist nichts Schlimmes bei. Leben bedeutet Veränderung.
Und auch, wenn Du Geld verlierst. Deine Lebenszeit ist wertvoll.

Oberstdorf

Menschen als Zeitdiebe

Häufig hat man auch menschliche Zeitdiebe in seinem Umfeld. Und ich finde, man muss sich nicht alles gefallen lassen. Und man muss auch nicht von allen geliebt werden. Vor allem, wenn man nur dafür geliebt wird, dass man anderen das Leben leichter macht ohne etwas zurück zu bekommen.
Eins ist klar: Natürlich helfen wir Familie, Freunden und auch Fremden gerne, wenn wir können. Aber nicht denen, bei denen wir das Gefühl haben, sie nutzen uns aus oder machen es sich nur besonders einfach.

Manche Leute melden sich nur, wenn sie Hilfe brauchen, lassen sich aber sonst nicht blicken. Vielleicht kannst Du da den Kontakt mal ausschleichen. Vermutlich reicht es schon, wenn Du bei   der nächsten Anfrage mal keine Zeit hast zu helfen. Und bei der übernächsten leider auch. Vielleicht meldet sich Dein Kontakt dann bald gar nicht mehr?

Oder die, die immer so tun, als könnten sie manches nicht, was Du dann für sie übernehmen sollst. Jeder kennt sie: Die die sich immer furchtbar ungeschickt anstellen, die nicht selber nach Lösungen suchen wollen, sondern immer andere damit bemühen, ihre Probleme zu lösen, bevor sie es selbst einmal versuchen.
Hier kann man demjenigen einen Tipp geben, wie er sich selber helfen kann. Nach dem Motto: „Du, bei mir ist es grad schlecht, aber versuch doch mal XY.“.

Und dann gibt es auch die, die Dich in Gespräche verwickeln, die immer unendlich langweilig sind. Aus Höflichkeit hörst Du zu. Aber eigentlich hättest Du die halbe Stunde lieber alleine mit einem guten Buch verbracht, anstatt Dir wieder das Geläster über die Nachbarn anzuhören.
Da sei in Zukunft mehr auf Zack: Unterbrich den Redefluss Deines Gegenübers mit einer Ausrede  – „Sorry, ich muss weg; ich hab einen Termin.“, „Ich hab das Essen auf dem Herd.“ oder was auch immer gerade passt.

Wismar

Medienkonsum

Manchmal stehen wir uns aber auch selbst im Weg mit unserer Freizeitgestaltung. Dann tun wir Dinge, die vielleicht manchmal schön sind, uns gerade jetzt aber nicht wirklich erfüllen. Vielleicht verlieren wir uns in den Weiten des Internets oder wir gucken irgendeinen Film im Fernsehen, der uns gar nicht gefällt. Und wenn wir dann Abends ins Bett gehen, sind wir schlecht gelaunt, weil wir die freie Zeit verdaddelt haben.

Dazu sei gesagt: Ein gammeliger Abend im Internet oder vor dem TV sind super! Dann, wenn Du wirklich Lust drauf hast und Dir Dinge ansiehst, die Dich wirklich interessieren. Wenn wir uns da aber nur verwahren lassen und nur die Zeit vertreiben wollen, dann ist es zu schade.
Dann mach lieber einen Spaziergang, geh ins Kino oder treff Dich spontan mit Freunden. Oder Du schaltest ab und liest stattdessen ein Buch oder hörst Musik.

Was auch für einige zutrifft: Der Stapel ungelesener Zeitungen, der mahnt, endlich gelesen zu werden. Vielleicht hast Du ein oder mehrere Zeitungsabos oder Du kaufst sie regelmässig unterwegs ein. Und dann liegt er da, der Stapel Zeitschriften, der uns mahnt, ihn endlich „abzuarbeiten“. Und das ist gar nicht der Sinn der Sache. Wenn Du feststellst, dass Dich bestimmte Literatur nur stresst, dann beende das Abo, verschenke die Zeitungen, die Du noch hast und erleichtere Dein Leben. Das gleiche gilt für Bücher.
Es gibt so vieles, was wir im Leben tun müssen, da sollten wir nicht noch unsere knappe Freizeit mit Dingen belasten, auf die wir keine Lust haben.

Perfektionismus

Manchmal stehen wir uns auch selbst im Weg. Wenn wir alles perfekt machen wollen und damit viel Zeit binden.

Ja, es ist schön, wenn wir ein Sommerfest geben und alles wunderbar vorbereitet haben: Tolles Essen, tolle Deko, Haus und Garten tip top in Ordnung. So wie es in den Wohnzeitungen immer aussieht. Dabei vergessen wir: Damit das Setting in den Artikeln passt, sind verdammt viele Personen nötig. Und wir arbeiten uns neben der Arbeit noch ab, um diese perfekte Gartenparty vorzubereiten. Wenn die Gäste dann kommen, haben alle viel Spaß, nur wir hängen erschöpft in den Seilen.

Das ist doch doof. Mit Sicherheit würden sich auch alle wohl fühlen, wenn Du Dir etwas weniger Stress gemacht hättest. Vielleicht muss die Deko nicht perfekt sein. Du hättest zur Mitbringparty einladen können oder einen Teil des Buffets durch gelieferte oder fertige Speisen ersetzen können. Und ob das Haus super clean ist, interessiert bei einer Gartenparty nun auch niemanden.

Und die Gartenparty kannst Du mit allem anderen ersetzen. Fakt ist: Wir geben uns oft so viel Mühe und letztlich wären auch meist alle zufrieden, wenn wir nicht 120 %, sondern nur 80% investieren würden. Denk mal drüber nach und nutze die Zeit, die Du damit sparst für Dinge, die Du nur für Dich machst. 🙂

Walküste

Wartezeiten

Fast jeder von uns hat mit Wartezeiten zu tun. Beim Arzt, im Stau stehen, am Bahnhof oder Flughafen warten oder auch Pendeln sind Zeiten, die irgendwie verschwendet sind.

Aber wenn Du an der Ausgangssituation nichts ändern kannst, dann solltest Du versuchen, Wartezeiten gut für Dich zu nutzen. Vielleicht nimmst Du ein Buch mit (natürlich nicht beim Autofahren) oder Du lädst Dir spannende Podcasts runter, die Du dann hören kannst. Vielleicht ist Meditation auch was für Dich.
Also schau mal, wie Du die Wartezeiten irgendwie so für Dich nutzen kannst, damit Du die Zeit wieder als wertvoll empfindest.

Barcelona

Unterbrechungen

Oft ist es so, dass wir gerade in eine Aufgabe eingetaucht sind, da gibt es eine Störung: Das Telefon klingelt oder ein Kollege oder Familienmitglied kommt rein und stört uns. Und zack, müssen wir unsere Konzentration aufgeben und uns um was anderes kümmern.
Und danach dauert es wieder eine Weile, bis wir wieder konzentriert an der Ausgangsaufgabe weiterarbeiten können. Durch das gedankliche Hin- und Herspringen dauert es deutlich länger, bis wir mit allem fertig sind.

Prüfe für Dich, ob Du die Möglichkeit hast, Störungen zu minimieren. Vielleicht kannst Du das Telefon für eine Weile stumm schalten und die Anrufe auf die Mailbox laufen lassen. Dann kannst Du später alle zurückrufen, die sich in der Zwischenzeit gemeldet haben.
Oder Du kannst eine Regel einführen: Wenn Deine Tür offen steht, darf man Dich gerne ansprechen, wenn sie zu ist, nicht.

Manchmal stören wir uns aber auch selbst gerne. Wenn wir zu viel auf einmal erledigen wollen, springen viele oft von einer Aufgabe zur anderen. Das stresst und ist wenig effektiv. Mach Dir eine Liste, auf die Du alles aufschreibst, was zu tun ist, und dann arbeite die nach und nach ab.

Nein sagen

Wenn Du Zeitdiebe reduzieren möchtest, bedeutet das oft auch, dass Du die Erwartungen anderer enttäuschen musst. Wenn wir Nein sagen, fühlen wir uns oft schlecht, weil wir Angst haben, nicht mehr gemocht zu werden und den anderen im Regen stehen zu lassen.

Natürlich gibt es auch sinnvolle Ausnahmen und ich sage zu etwas Ja, auch wenn ich keine Lust darauf habe. Vielleicht, weil ich jemandem, der mir wichtig ist, einen großen Gefallen tun möchte. Oder weil ich mich einer Herausforderung stellen will. Oder weil ich mich revanchieren will. All das ist in Ordnung. Aber wir sollten nicht immer Ja zu anderen sagen, wenn wir eigentlich Nein meinen.

Aber so ist das Leben; es geht nicht alles gleichzeitig. Entweder ist der andere zufrieden oder Du. Denke daran: Ein Nein zu anderen ist oft ein Ja zu Dir.

Alleinsein

Fazit

Das waren einige Zeitdiebe, die mir so einfallen. Prüf mal für Dich, ob sie auf Dich zutreffen oder was Dir noch alles Zeit klaut, ohne dass Du dabei einen Nutzen spürst.
Beobachte in den nächsten Tagen mal, was Du so tust, worauf Du keine Lust hast. Und dann geh es an und verbanne die Zeitfresser nach uns nach aus Deinem Leben. Dann hast Du später  Zeit für Dich gewonnen, die Du mit guten Dingen füllen kannst. Was das dann sein kann, erfährst Du in diesem Artikel.
Ich wünsche Dir viel Erfolg!

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