5 Fragen am Fünften – Morgenmuffelei und der Wunsch nach mehr Spontanität

Maike Kranaster

Nic von Luzia Pimpinella hat im letzten Monat zu einer gemeinsamen Aktion aufgerufen: Ein Jahr lang beantworten Blogger jeden Monat in einem Blogartikel fünf Fragen. Immer am fünften des Monats.
Das gefällt mir gut und ich häng mich mal dran. Den Januar hab ich irgendwie verpasst, aber ich steige einfach noch im Februar ein.

Die Fragen sind recht persönlich und Du wirst so im Laufe des Jahres ein bißchen was aus meinem Leben erfahren. Ob das jetzt die Sachen sind, die Du gerne über mich wissen willst, kann ich leider nicht garantieren. Ich hab die Fragen nicht ausgesucht. 😉

Aber jetzt hängste mit drin. Also los!

1. Bist du morgens nach dem Aufwachen gleich richtig munter?

Auf keinen Fall! Nein, ich würde gerne über mich sagen können, dass ich morgens früh gleich gut gelaunt aus dem Bett steige, aber tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Wenn morgens mein Wecker klingelt, bin ich eigentlich immer unversöhnt mit der Welt. Das mag daran liegen, dass ich oft zu spät ins Bett gehe und so selten auf die 7:30 Stunden Schlaf komme, die mir eigentlich gut täten. Andersrum, wenn ich dann 7:30 Stunden geschlafen habe, ist es auch nicht wirklich besser.

Nein, ich muss sagen, ich bin ein Morgenmuffel.

Vor längerer Zeit habe ich entschieden, mir den Wecker morgens so zeitig zu stellen, dass ich mit einem Kaffee im Bett in Ruhe wach werden kann und mich erst mal langsam in die Welt eingrooven kann. Das nimmt mir zwar wieder etwas Schlafzeit, aber dafür komm ich besser in den Tag.

Kaffee

Nach einem Kaffee mit dem Laptop auf dem Schoss bin ich dann irgendwann auch soweit, mich den Aktivitäten im Bad zu widmen und dann später unter Menschen zu gehen. So ist doch dann allen gedient. 🙂

2. Würdest du gern in die Zukunft blicken können?

Nein, das möchte ich nicht. Ich würde nicht wissen wollen, was die Zukunft so grundsätzlich bringt. Ich hätte ich das Gefühl, nicht mehr selber entscheiden zu können, das würde mir irgendwie den Spaß nehmen.
Außerdem würde ich vor allem die schlimmen Dinge nicht wissen wollen. Ich finde, es reicht immer, wenn man mit schwierigen Situationen in dem Moment klar kommt und nicht schon Monate oder Jahre vorher darüber nachdenkt, was man tun kann.
Auch die schönen Dinge würden mir dann keinen rechten Spaß mehr machen. So wie damals, als ich einmal vor dem Ereignis versehentlich Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke für mich gefunden habe. Da fehlte dann hinterher die richtige Freude.

Es gibt selten Situationen, in denen ich mir gewünscht habe, zu wissen, ob etwas klappt. Wenn ich schwer verliebt war oder ein wichtiges Projekt vorangetrieben habe, von dem ich nicht wußte, ob es klappen wird, da hätte ich manchmal gerne gewußt, wie das ausgehen wird. Aber irgendwie wäre es auch schräg.
Wenn Du weißt, dass es klappen wird, hängst Du Dich vermutlich nicht mehr so rein. Was dann ja eigentlich dazu führen müßte, dass es hinterher doch nicht reicht für den Erfolg. Und wenn man Dir sagt, dass es nicht funktioniert, dann stoppst Du Dein Bemühungen und dann ist es wieder klar, dass es nicht funktionieren kann.
Verstehst Du, was ich meine? Diese Vorstellung finde ich grad etwas schräg.

Nee, ich finde, wenn man weiß, was kommt, macht das Leben keinen Spaß mehr. Ich mag es, die Dinge in dem Moment zu erleben, wenn sie passieren. 🙂

3. Bist du gern allein?

Oh ja! Ich liebe es, alleine zu sein! Auch wenn ich gerne mit Menschen zusammen bin, brauche ich regelmässige Zeiten, in denen ich für mich sein kann. Ich bin sehr empfänglich für Stimmungen und Bedürfnisse anderer Menschen. Das ist schön, aber irgendwann ist es dann auch mal gut und ich mag es dann, zwischendurch keinen äußeren Einflüssen mehr ausgesetzt zu sein.

Ich geniesse es dann, einfach das tun zu können, wonach mir gerade ist. Musik an oder aus, rumgammeln, das Mediatheken-Programm ganz nach meiner Stimmung wählen zu können, Yoga machen, alleine durch den Wald laufen, herrlich!
Vor allem merke ich, dass sich bestimmte Erkenntnisse und Learnings erst einfinden, wenn ich Ruhe habe. Im Austausch mit anderen werden Dinge bewegt und wenn ich alleine bin, setzen sie sich und Erkenntnisse machen sich breit. Eine gute Kombination!

Ich gehe auch gerne alleine ins Museum oder ins Kino.
Ehrlich gesagt, finde ich es total entspannend zu wissen, dass ich nicht auf andere angewiesen bin, um Dinge zu tun. Zu hause bleiben, weil niemand mit in den Film will? Ist für mich kein Thema, denn dann gehe ich halt alleine.

Und was ich besonders liebe, ist alleine zu reisen. Ich mag die Wochen im Jahr, in denen ich komplett auf mich gestellt bin und mich ganz meinen eigenen Impulsen hingeben kann.

New York: Maike auf dem Rockefellergebäude

4. Traust du dich, als Erste auf die Tanzfläche zu gehen?

Irgendwie tanze ich gar nicht mehr so viel. Insofern ist meine Antwort hier sehr hypothetisch. Aber wenn ich wo wäre, wo es gute Musik gibt und ich wollte tanzen, dann würde ich es tun. Das wäre dann ähnlich wie bei der letzten Frage. Nur weil andere nicht mitmachen, würde ich nicht drauf verzichten. Notfalls halt auch gerne zum Depp machen. 🙂

Kühlschiff

5. Was war bisher die spontanste Aktion deines Lebens?

Diese Frage finde ich grad echt schwer zu beantworten… Ich stelle fest, ich bin ein Planer und Vorbereiter. Ich kann mich gut entscheiden, aber ich plane Dinge auch gut. Und ich mag Vorfreude.

Ich würde Dir jetzt gerne so coole Sachen erzählen wie “Ich fahre oft spontan zum Flughafen und fliege einfach los.” oder “Ich habe einfach spontan meinen Job gekündigt und bin auf Weltreise gegangen.” Aber solche Entscheidungen zählen eher nicht zu meinem Repertoire.

Als junge Erwachsene (so mit 18) hab ich sowas gemacht. Wir wußten am Samstag Abend nicht, was wir mit der Nacht anfangen wollten und sind dann spontan nach Holland ans Meer gefahren. Oder über`s Wochenende zum Lago Maggiore.
Oder mit 21 bin ich spontan nach Malta geflogen. Ein guter Freund von mir machte dort einen Sprachurlaub und hatte gefragt, ob ich nicht mit kommen will. Spontan habe ich dann einen Flug gebucht und bin ohne irgendwas nachgeflogen. 1994 hatten wir noch kein Handy. Ich hatte Glück, dass ich über Ecken noch die Nummer seiner Gastfamilie rausgefunden habe, sonst hätte ich vermutlich die ganze Insel nach ihm abgesucht oder meinen ersten Urlaub alleine verbracht. Das war damals eine ziemlich coole Aktion, fand ich. Übrigens auch mit weiteren Auswirkungen, denn wir haben später geheiratet. 🙂

Eins fällt mir zur Ehrenrettung meines erwachsenen Ichs grad doch noch ein: Im Herbst 2014 bin ich ziemlich spontan nach Barcelona geflogen. Sonntags gebucht und Mittwochs geflogen. Das zählt doch noch zu “spontan”, oder?

Barcelona

Aber ich stelle fest, dass Spontanität eher wenig in meinem Leben vorkommt. Insofern bringt mich diese Frage grad etwas zum Grübeln. Warum mache ich sowas kaum noch?
Ich glaube, es liegt nicht nur daran, dass ich gerne Dinge vorbereite und mich dann drauf freue. Vermutlich liegt es auch daran, dass meine freie Zeit einfach sehr begrenz ist. Wochenenden, an denen noch gar nichts geplant ist, sind sehr selten. Und die Urlaubstage sind auch irgendwie immer zu wenig.
Ich glaube, da muss ich mal was dran ändern… 🙂 Insofern: Vielen Dank für diese Frage, Nic!  Ich werde mich mal der Mission “Mehr Spontanität im Leben” widmen!

Nachtrag vom 25. März 2018: Hier geht es zu meinem Artikel “Meine Mission für mehr Spontanität im Leben”.

Hong Kong

Vielleicht hast Du auch Lust, bei “Fünf Fragen am Fünften” mitzumachen? Nics Artikel mit den Februarfragen und den Links zu allen, die mitgemacht haben, findest Du hier.

Das Titelbild hat Lutz Kampert, Dortmund, aufgenommen.

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5 Kommentare

  1. Liebe Maike

    du sprichst mir aus dem Herzen: NICHT ohne meinen Kaffee.

    herzlichste Grüsse aus der Schweiz
    Esther /www.ateliergraechbodi.ch

  2. Zum einen habe ich das Gefühl, dass du viel spontaner bist, als du denkst. Und zum anderen … ZITAT “Notfalls halt auch gerne zum Depp machen.” … ich glaube, dass das eine sehr gute Lebenseinstellung ist. 😉

    Schönes Wochenende
    Nic

    • Ach, ich weiß nicht. Ich glaub, da geht noch was, oder? Spontanität fühlt sich immer nach junggeblieben an. Wenn ich nicht zu träge bin, werde ich da in nächster Zeit etwas Ehrgeiz entwickeln. 😉
      Sich zum Depp machen geht vielleicht in die gleiche Richtung. 🙂
      Dir auch ein schönes Wochenende!

  3. Pingback: Meine Mission für mehr Spontanität im Leben - flowers-and-candies.de

Kommentare sind geschlossen.