Bewußter leben – Plastik reduzieren

Platikfasten

Dieser Artikel erschien erstmalig im März 2017. Ich habe mich seitdem immer wieder mit dem Thema Müllvermeidung beschäftigt und aktualisiere den Artikel daher weiterhin, wenn ich weitere Alternativen ohne Plastik entdecke.
Ich verlinke Dir hier direkt alles, was ich hilfreich fand. Dafür bekomme ich nichts (außer dem später noch erwähnten Buch).

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Im März 2017 habe ich erstmalig entschieden, mich dem Thema Plastikfasten zu widmen.
Ich wollte es nicht zu dogmatisch angehen und auf alles verzichten, was mir wichtig ist. Aber ich dachte, ich probier es mal aus. Zu Beginn war ich entsetzt, wie viel tatsächlich nur verpackt zu kaufen ist. Aber nach und nach haben sich meine Gewohnheiten verändert und es wurde einfacher und selbstverständlicher.

Warum der Verzicht auf Plastik

Zum einen störte mich schon lange der ganze Müll, der sich bei mir sammelte. Ich trug ihn hoch in die 4. Etage, ich trug ihn wieder runter. Völlig nutzlos. Und das mit dem Wissen, dass es zwischen 100 und 450 Jahren dauert, bis Plastik verrottet ist. Und dass so unfassbar viel Plastik im Meer schwimmt.

Und auch für die Gesundheit soll Plastik nicht gut sein.

Also war mein Vorsatz: Ich will versuchen, deutlich weniger Einweg-Plastik zu konsumieren.

Was ich mir vorgenommen hatte

Ich vermutete von Anfang an, dass ich nicht komplett auf Plastik verzichten können werde. Und natürlich habe ich erst mal die Dinge aufgebraucht, die ich noch im Haus hatte, auch wenn sie in Plastik verpackt sind. Sie wegzuwerfen, wäre ja auch Quatsch gewesen. Und meine Vorräte waren noch ordentlich voll. Aber ich nutzte die Zeit, um bewußter einkaufen zu gehen und schon mal zu checken, was und wo ich zukünftig als Alternative kaufen werde.

Meine Frischhaltedosen und Dauerprodukte aus Plastik nutzte ich erst mal weiter. Denn: Plastik wegwerfen ist noch schlechter als Plastik zu kaufen. Bei Neuanschaffungen achte ich aber darauf, eher Dosen aus Edelstahl oder Gläser zu kaufen. Dabei kann man natürlich auch Gläser mit Schraubverschluss (z. B. Konserven, Marmeladengläser) ausspülen und zur Aufbewahrung verwenden, statt sie im Altglas zu entsorgen.
Zunächst ging es mir aber erst mal um das Plastik, das nur einmal verwendet wird und dann im Müll landet.
Die Verpackungen der “alten” Produkte wollte ich nicht wie sonst einfach entsorgen, wenn sie leer sind, sondern als Aufbewahrung verwahren. Z. B. verwahre ich jetzt die Putzmittelflaschen um dort später selbstgemachtes Putzmittel einzufüllen. Und wenn ich Sachen mit Einwegverpackung kaufe, dann schaue ich immer, ob ich diese nicht zumindest noch ein zweites Mal verwenden kann. Brötchentüten vom Bäcker oder die Plastikbeutel vom Vogelfutter nutze ich jetzt als Müllbeutel.

Dass die Umstellung etwas aufwändig wird, war mir klar. Aber ich dachte, es ist teilweise einfach Gewöhnungssache, sich Alternativen und Beschaffungswege zusammenzustellen.
Andersrum arbeite ich Vollzeit und wollte meine freie Zeit auch nicht nur noch in Einkauf und Herstellung plastikfreier Produkte investieren.

Überrascht war ich, weil nach genauerer Betrachtung auch die Bio-Supermärkte die gleichen Massen an Plastik in den Regalen haben wie die normalen. Das war mir vorher nie aufgefallen und ich hatte nicht wirklich damit gerechnet.
Sehr gelegen kam mir da der neue Unverpacktladen bei mir um die Ecke. Da gehe ich häufig mit meinen Behälter von zu hause vorbei und besorge z. B. Nüsse und ähnliches für mein Müsli.

So, das mal zur Ausgangslage.

Was mir geholfen hat: Das Buch “Besser leben ohne Plastik”

Da ich mir ein wenig hilflos vorkam, habe ich mal im Netz gesucht, was es da so gibt. Und ich habe das Buch Besser leben ohne Plastik* von Anneliese Bunk und Nadine Schubert entdeckt. Also habe ich beim oekom Verlag ein Rezensionsexemplar angefragt, das ich auch bekommen habe. Dafür erst einmal herzlichen Dank!

Plastikfasten

Das Buch beschreibt sehr konkret die Folgen des massigen Plastikkonsums und erklärt, welche Verpackungen besser und welche schlechter sind.
Es gibt erste Tipps für Einsteiger, die recht einfach umzusetzen sind: Wie man Plastikfrei einkaufen kann und welche Produkte man gut wiederverwenden kann. Ich würde sagen, da ist viel bei, was jeder ohne großen Aufwand umsetzen kann. Es geht ja auch nicht immer um einen kompletten Verzicht, ein bewußter Umgang hilft ja oft auch schon.

Alternativen zu teuren und umweltschädlichen Reinigungskeulen werden vorgestellt, der Abfallstoff Kaffeesatz wird mit all seinen Wunderwirkungen beschrieben (z. B. Nutzung als Peeling oder als Geruchsneutralisierer im Kühlschrank). Das Thema Kinder und Plastik wird genau beleuchtet.
Es werden Bezugsquellen für plastikfreie Produkte genannt, die im normalen Handel nicht gut zu bekommen sind.
Also eine wirklich gute, praxisnahe Hilfe für alle, die ihren Plastikkonsum reduzieren möchten.

Was mir am Buch gefallen hat, ist, dass es nicht zu dogmatisch daher kommt. Es liefert jede Menge Anregungen und Infos, aber es überlässt dem Leser, welche er davon für sich umsetzen möchte. Ich fand es sehr inspirierend und wegweisend auf meinem Weg, das Plastik zu reduzieren.

Meine Erfahrungen und Learnings beim Plastik reduzieren

Ich habe mittlerweile ein paar Schritte auf dem Weg gemacht und es gibt noch einiges zu entdecken und optimieren. Ich seh das als lebenslange Aufgabe, bewußter zu leben. In diesem Artikel teile ich gerne meine Erfahrungen mit Dir und erzähle, wie das so geklappt hat, wo ich gute Alternativen gefunden habe und wo es eher schwierig war, auf Plastik zu verzichten.

Lebensmittel

Obst und Gemüse

Seit Herbst 2019 bekomme ich regelmässig die Abokiste* geliefert. Auf die bin ich gekommen, weil ich mich mal wieder gesünder ernähren wollte und ich im Supermarkt irgendwie immer zum gleichen Gemüse gegriffen hatte. Seitdem bekomme ich jede Woche ein Kiste voll Obst und Gemüse geliefert – super frisch, in einer großen Kiste, die wieder verwendet wird und wo nur ein wenig Papier zum Schutz der Ware drin ist. Das bedeutet für mich eine deutliche Reduzierung von Verpackungsmüll. Die Lieferung erfolgt übrigens klimaneutral per Lastenrad.

Wenn ich zwischendurch was brauche, kaufe ich Gemüse und Obst im Bioladen oder auf dem Markt auch unverpackt.
Diese dünnen Obst-Verpackungstüten im Supermarkt habe ich schon lange nicht mehr benutzt und das Obst stattdessen lose in meinen Einkaufskorb gelegt. Für empfindliche Produkte wie Weintrauben, Tomaten o. ä habe ich mir kleine Netzbeutel aus Bio-Baumwollbeutel* (siehe Titelbild) gekauft, in die ich meine gesunden Einkäufe packen kann.

Milchprodukte

Milch und Milchprodukte kaufe ich in Flaschen bzw. Gläsern. Meist bestelle ich sie mit der Abokiste mit, das ist am bequemsten.
Quark habe ich bislang noch nicht ohne Plastik entdeckt, habe aber gelesen, dass es das auch geben soll.

Brot und Brötchen

Brot und Brötchen kaufe ich bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr verpackt. Früher habe ich Brot immer schneiden lassen und bekam das dann im Plastikbeutel mit. Heute kaufe ich ganze Brote und schneide die Scheiben halt selbst ab. Statt mir Papiertüten geben zu lassen, lasse ich mir das Brot in meinen mitgebrachten Stoffbeutel* packen; so spare ich auch Papiermüll.
Das Brot teile ich für meinen Single-Haushalt in drei Teile. Ein Drittel lagere ich für den sofortigen Verbrauch in meinem Brotkasten*. Die anderen Drittel friere ich ein – im Stoffbeutel. Das geht genauso gut wie in der Plastiktüte; einen Qualitätsunterschied kann ich da nicht ausmachen.
Statt plastikverpacktem Toast kaufe ich beim Bäcker einen Kastenstuten und schneide den. Schmeckt eh besser. Was ich grad nicht brauche, wird ebenfalls eingefroren.

Naturtasche

Meine Brote für`s Büro packe ich schon lange in Brotdosen. Ich finde, da kann man wirklich gut auf Verpackungsmüll verzichten. So bleibt das Brot auch gut geschützt.

Aufschnitt

Käse kaufe ich selten. Wenn ich da doch zuschlage, bemühe ich mich, ihn auch nicht mehr in Plastikverpackungen kaufen. Stattdessen nehme ich meine Tupperdosen oder Edelstahlbehälter mit und lasse mir den Aufschnitt da rein packen.
Wie ich gelesen habe, klappt das wegen der Hygienevorschriften nicht überall, weil keine fremden Behältnisse hinter die Theke dürfen. Aber oft ist es möglich, seine Dose oben auf die Theke zu stellen und die Ware dort hineinlegen zu lassen.

Getränke

Getränke sind für mich eher unkompliziert. Ich trinke sowieso meist stilles Wasser. Das zapfe ich am Wasserhahn zuhause und fülle es z. B. in meine Edelstahlflasche** oder in die stabile Soulbottle* aus Glas. Für den Sommer habe ich mir eine bunte Thermoskanne von Chillys Bottles gekauft, mit Eiswürfeln drin bleibt das Wasser darin bis zu 24 Stunden kühl. Perfekt!

Chillysbottle

Die Einweg-Plastikflaschen kaufe ich schon lange nicht mehr, weil ich keine Lust mehr auf das Geschleppe hatte. Da unser Wasser in Deutschland in der Regel sehr gut trinkbar ist, halte ich es nicht für sehr erstrebenswert, Wasser zu bezahlen, das die letzten Wochen in Plastik aufbewahrt wurde und auch noch nach hause zu tragen, wenn es bei mir direkt frisch aus dem Kran kommt. Und auch wenn Du lieber Kohlensäure im Wasser magst, dafür kannst Du Dir gut einen Sodastreamer* kaufen.
Säfte gibt es wenn möglich aus Glasflaschen statt aus dem Tetrapack. Bier und Wein ja sowieso.

Süßigkeiten

Mit Süßigkeiten klappt der Plastikverzicht nur so lala. Das meiste ist eben doch in Plastik verpackt.
Verpackungsfrei bekommt man Schokolade, Pralinen und Weingummi bei Hussel oder in ähnlichen Läden, wenn man sein eigenes Behältnis mitbringt. Das ist aber nicht wirklich günstig. Ja nachdem wie viel Süsses man ist, ist es aber vielleicht eine Alternative.
Ansonsten kann man auf jeden Fall drauf achten, bei Süssigkeiten nicht die Dinge zu erwischen, die alle einzeln verpackt sind.

Was Chips angeht: Da mache ich mir in letzter Zeit ab und an mal frische im Backofen. Das geht ganz einfach und macht keinen Müll.

Nudeln

Bei Nudeln hab ich mich immer geärgert, dass sie ebenfalls alle in Plastik verpackt sind. Und auch bei Barilla, die in Papier verpacken, ist ein Plastik-Fenster eingearbeitet. Aber gut, immerhin reduziert sich so die Plastikmenge.
Vor einiger Zeit habe ich im dm die Nudeln von Alb-Gold* entdeckt und gekauft. Die sind in Papierbeuteln verpackt. Ich finde sie lecker und kaufe meist nur noch sie.

Kaffee

Das Thema Kaffee stand schon länger auf meiner Liste. Ich hatte eine Nespresso-Maschine, wofür ich mich immer sehr geschämt habe. Denn die Alu-Kapseln sind ein ökologisches Unding und Nestlé ist ein Konzern, den ich sowieso nicht unterstützen möchte.
Also habe ich das endlich umgestellt: Ich hab mir 2018 zum Geburtstag von meinen Eltern eine Siebträgermaschine** schenken lassen. Dazu kaufe ich jetzt guten Kaffee in einer Kaffeeröstereien hier in Dortmund, im Kaffeeloft*. Preislich liege ich damit deutlich besser als bei meinen Einkäufen in der Nespresso-Boutique. Und irgendwie ist der Einkauf auch noch viel sinnlicher, weil es in den Röstereien so schön nach Kaffee duftet.

Siebträgermaschine DeLonghi

Für Besuch habe ich eine Pressfilterkanne*. Dafür habe ich ebenfalls guten Kaffee erstanden. Und so geht das Ganze dann mit deutlich weniger Verpackung ab.

Unterwegs essen

Beim Essen unterwegs muss ich umdenken:

  • Das Eis gibt es jetzt nur noch im Sitzen in der Porzellanschale – ist eh viel entspannter – oder im Hörnchen. Den Becher mit der Beschichtung und den Plastiklöffel nehme ich nicht mehr.
  • Ich muss jetzt dran denken, zu sagen, dass ich den Smoothie oder die Limo nicht mit Plastik-Strohhalm serviert bekommen möchte.
  • Pommes gibt es ohne Plastikgabel. Meine neue Lieblings-Pommesbude hat Holzgabeln. Woanders esse ich sie auch einfach schon mal mit den Fingern.
  • Neulich hab ich wieder nicht aufgegessen und wurde gefragt, ob ich das Essen mitnehmen möchte. Aus Gewohnheit hab ich ja gesagt – und ganz vergessen, dass mir das natürlich in Plastik verpackt wird… Zukünftig will ich daran denken, mir eine Dose mitzunehmen. Wirkt sicher schrullig, ist mir dann aber auch egal.

Kosmetikprodukte

Hygieneartikel

Toilettenpapier und Taschentücher kaufe ich schon eine Weile von SmoothPanda*. Denn: Toilettenpapier und Papiertaschentücher sind im normalen Einzelhandel immer in Folie verpackt. SmoothPanda fertigen Toilettenpapier und Taschentücher aus schnell nachwachsendem Bambus und versenden große Packungen im Karton ohne Plastik. Und es ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kuschelweich. 🙂
Die Taschentücher kommen ebenfalls im Großkarton. Dazu ersteht man eine schöne Blechdose, in die man die Tücher umfüllen kann. Das find ich gut und die Tücher sehen auch immer ansehnlich aus, egal wie lange man sie durch die Gegend trägt.

Alternativ bin ich auch Fan von Goldeimer. Das ist ein soziales Unternehmen, das das Toilettenpapier aus Recyclingpapier fertigt und unterstützt Sanitärprojekte in aller Welt. Mit Goldeimer bekommst Du zwar keine Plastikfreie Verpackung, aber immerhin tust Du dann an anderer Stelle was Gutes.

Statt Wattepads – ebenfalls Plastikverpackung -, nutze ich waschbare Pads*. Ich habe eine Porzellandose im Bad stehen, darin bewahre ich die gewaschenen Pads auf und wasche sie auf 60 Grad, sobald alle verbraucht sind. In Hamburg habe ich eine andere Variante von lastingthings.de* entdeckt, die mir noch besser gefällt, weil sie noch weicher sind.

Bei Q-Tipps achte ich drauf, dass ich die mit dem Papierstäbchen erwische.

Körper- und Gesichtspflege

Körperpflege ist teilweise einfach ohne Plastik zu bekommen, teilweise nicht. Es gibt verschiedene Produkte, die man in wiederverwendbaren Metalldosen oder auch unverpackt kaufen kann.

Shampoo kann man zum Beispiel gut auch in fester Form kaufen. Das ist in der Regel in einem Pappkarton verpackt. Das Shampoo sieht dann aus wie ein Stück Seife und man verwendet es auch so. In der Hand aufschäumen, ins Haar einmassieren, ausspülen, fertig.
Ich hab jetzt meinen Favoriten entdeckt: Die feste Seife von alnatura* aus dem dm. Damit komme ich super zurecht.
So ist es übrigens auch für Flugreisende im Handgepäck einfach mitzunehmen ohne an die 100ml-Behälter gebunden zu sein. Ab in die Seifendose (Gibt es z. B. bei Hydrophil*) und alles ist gut.

Conditioner gibt es jetzt ebenfalls in fester Form im dm. Ich habe die Variante Mandel von Alnatura ausgewählt und bin davon ziemlich begeistert. Die Haare werden gut kämmbar und werden trotzdem nicht schwer.

Überhaupt hab ich Seifen für mich entdeckt. Die Flüssigseife hab ich direkt zu Beginn gegen die klassischen alten Seifenstücke eingetauscht. Irgendwie ist das viel sinnlicher als die Flüssigseife. Dabei achte ich natürlich darauf, welche zu nehmen, die entweder in Papier verpackt oder am besten ganz ohne Verpackung ist.

Statt Duschgel habe ich mir von der Heidelberger Firma Klarseife die Meersalzseife* gekauft. Mit der komme ich auch mit meiner empfindlichen Haut gut zurecht. Überhaupt hat Klarseifen schöne Produkte. Ich mag eigentlich alles, was ich bin jetzt von ihnen probiert habe. Klar fertigt ohne Palmöl und verpackt die Produkte meist in Papier.

Für meine etwas unreine Gesichts-Haut verwende ich mittlerweile die Kohle-Seife von Klarseifen*. Die hat meine Haut deutlich verbessert.
Und statt Gesichtspeeling verwende ich einen Konjac-Schwamm. Das ist ein Naturprodukt, das man anfeuchtet und dann das Gesicht das mit abwäscht. Klappt super und hinterlässt keine Rückstände im Wasser. Den gibt es ebenfalls bei Hydrophil*.

Bei Körperlotion gibt es auch die Möglichkeit, diese selber herzustellen. Aus dem Buch Besser leben ohne Plastik* habe ich ein Rezept für Körperlotion entnommen. Mit Sheabutter, Mandelöl, Kokosöl und ein paar Tropfen Ätherischem Öl kann man sich prima eine natürliche und günstige Körperlotion zaubern. Für mich passt das leider mit meiner empfindlichen Haut nicht; ich brauche weiter die teuren und unspektakulären Produkte aus der Apotheke.

Letzten Sommer hatte ich mir nach einem Rezept von Mrs. Berry ein Zitronen-Zucker-Peeling selbstgemacht. Das hat so toll gerochen und eine so schöne Haut gemacht, dass ich es am liebsten jeden Tag benutzt hätte. Alternativ geht natürlich auch immer ein Sisal-Handschuh

Bei Zahnbürsten kaufe ich mittlerweile nur noch die aus Bambus. Sie können nach der normalen Gebrauchszeit im Biomüll entsorgt werden. Sie fühlen sich zwar erst etwas anders an als die Plastikbürsten, aber nach ein paar Tagen hatte ich mich dran gewöhnt. Mein Favorit ist nach dem Austesten verschiedener Marken die von Hydrophil*. Übrigens gibt es dort auch diese Zahnbürstenhülle aus Bambus, die Du auf dem Foto siehst.

Zahnbürste

Die Klobürste ist bei mir jetzt ebenfalls aus Holz bzw. Naturborsten. Sie steht in einem lackierten Zinkeimer. Also auch hier kein Plastik mehr.

Make-up & Co

Zum Make-up-Entfernen nutze ich schon lange Kokosöl. Das klappt perfekt und es pflegt meine empfindliche Haut. Nebenbei ist es viel günstiger als herkömmliche Produkte.

Dekorative Kosmetika ist schon schwieriger. Da mag ich grad nicht auf meine gewohnten Produkte verzichten… Also hab ich dann doch wieder eine normale Mascara gekauft. Bei manchen Sachen bin ich zumindest auf Bioprodukte umgestiegen. Das hilft aber in Sachen Verpackungsmüll auch nicht. Dafür habe ich die Menge an Zeugs, das ich mir ins Gesicht schmiere, reduziert.

Sonstiger Kram

Blumen sind häufig in Folie verpackt. Ich bemühe mich daher, alternative Einkaufsmethoden zu finden und gehe zum Beispiel gerne auf den Markt, Blumen kaufen. Tulpen konnte ich im Bioladen auch in Papier gewickelt kaufen. Vielleicht bietet auch der ein oder andere Markt da plastikfreie Alternativen.
Bei den Pflanzen für die Terrasse habe ich nicht anders gefunden als welche im Plastiktopf.

Im Haushalt habe ich die normalen Spülschwämme ausgetauscht. Als Ersatz habe ich kleine Tücher aus natürlichem Paketband gehäkelt, die etwa die Größe eines Schwamms haben. Damit lassen sich auch Töpfe gut reinigen.
Sonst habe ich auch gehört, dass man statt Schwamm Luffa verwenden kann. Das soll genauso gut funktionieren wie Haushaltsschwämme aus Kunststoff.
Zusätzlich gibt es jetzt bei mir zwei Sorten Spülbürsten* von Manufaktum mit austauschbaren Köpfen.
Und statt Schwammtüchern hab ich mir Spüllappen gehäkelt, mit denen ich die Flächen abwische. Wenn man dafür Topflappengarn verwendet, kann man die Lappen bei 60 Grad in der Maschine waschen.

Spültücher

Mein Fazit

Der Versuch, Plastik wirklich zu fasten, war zu Beginn schon eine Herausforderung. Am Anfang war ich geschockt über die Masse an Dingen, die ich alle nicht kaufen konnte, wenn ich auf Plastik verzichten will. Über einen langen Zeitraum fielen mir immer wieder Dinge ein, die ich neu besorgen wollte und für die ich keine oder nicht sofort eine Lösung gefunden habe.

Im Laufe der Jahre hat sich aber vieles eingeruckelt. Mit dem regionalen Gemüse ernähre ich mich sehr viel gesünder. Dazu esse ich mittlerweile kaum noch Zucker und Fleisch. Beides erleichtert mir das Reduzieren von Plastik deutlich.
Am Anfang muss man sich ein wenig neu sortieren, aber letztlich findet man neue Routinen und läuft die genau so lässig ab, wie man es vorher auch getan hat. Und es geht ja auch nie darum, alles auf einmal zu verändern. Schritt für Schritt ist da sicher die beste Methode.

Hilfreiche Infos um Plastik einzusparen

Wenn Du auch Interesse hast, Deinen Plastikkonsum zu reduzieren, dann hab ich hier ein paar gute Ressourcen für Dich.

Hier kannst Du noch eine Folge von Planet Wissen zum Thema Plastik anschauen.

Hinweis: Um Deine Daten zu schützen, ist das folgende Video ist im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet. Sobald Du es aber startest, kann und wird Youtube Daten über Dich erheben. Mehr dazu in den Datenschutzbestimmungen.

So, das waren meine gesammelten Erfahrungen zum Versuch Plastik zu reduzieren. Ist das für Dich auch eine Option? Lebst Du schon bewußter mit weniger Plastik oder Müll? Ich freue mich auf Deine Meinung und auch, wenn Du noch Tipps für mich hast, wie ich das Plastiksparen noch optimieren kann. Also: Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

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* Ich habe in diesem Artikel viele Links hinterlegt, damit Du bequem zu den Einkaufsmöglichkeiten der Produkte bekommst.
Einige davon sind normale Links und ich bekomme nichts dafür, dass ich sie Dir empfehle. Um diesen Artikel schreiben zu können, hatte ich lediglich das Buch „Besser leben ohne Plastik“ beim Verlag angefragt und es kostenfrei zu Verfügung gestellt bekommen.

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21 Kommentare

  1. Cool, dass du dabei bist, dann auch noch mit so einem wichtigen Thema und ausführlichen Post. Und wenn es dich dann auch noch glücklich macht: Umso besser :)! Im Kleinen versuche ich auch schon zu verzichten, aber ich habe noch einen riesigen Weg vor mir. Das mit den Chips würde mich allerdings am wenigsten herausfordern – selbstgemachte Chips schmecken echt toll, auch aus Gemüse! Hast du dir schon Gedanken um so etwas wie Schuhe gemacht? Nur noch Ledersohlen?!

    • Fee, Dir vielen Dank für die coole Aktion #Fürmehrerstemale! Die Sache mit den Schuhen hab ich noch nicht so drauf… Ich liebe ja Flip Flops. Allerdings werde ich mich da wohl künftig auch mehr zurückhalten…
      Grundsätzlich glaube ich, dass ein kompletter Verzicht auf Plastik für mich schwierig wird. Auf Schuhe mit Gummisohle will ich dann auch nicht verzichten. Ledersohlen sind im Winter ja eher so mittel… Aber ich finde, es ist auch ein Unterschied, ob man Plastik kauft, das man lange nutzt oder das man nach einmaliger Nutzung entsorgt. Ich weiß, das ist nicht ganz konsequent, aber man kann ja einen Schritt nach dem anderen machen. 🙂

  2. Du kaufst also auch Duschgel immer in Jahresrationen? 😉
    Danke für den spannenden Artikel. Ich hab es mir auch oft vorgenommen, aber nie so konsequent. Dein Artikel macht Lust auf mehr auszuprobieren und das ganze noch bewusster anzugehen. DAnke Dir dafür. LG Tanja

    • Hallo Tanja!
      Nee, eigentlich habe ich Duschgel nie bewußt als Jahresration gekauft… Aber irgendwie hab ich oft irgendwo was mitgenommen, was mir gefällt. Und jetzt, beim Plastikfasten stelle ich erstmals so richtig fest, wie viel davon ich tatsächlich noch im Haus habe… 🙂
      Schön, dass Du neue Inspirationen gefunden hast! Berichte mal, wenn Du neue Erkenntnisse gewonnen hast!
      Liebe Grüße!

  3. Hallo Maike,

    auf Plastik weitestgehend zu verzichten, finde ich toll. Manche Dinge sind sicher etwas schwerer umzusetzen als andere, aber ich denke, wenn jeder nur ein bisschen verzichtet und sich einschränkt, hilft das auch ungemein weiter.

    Die Baumwollnetze kannte ich noch gar nicht, wäre mal eine Überlegung diese zu probieren. Zum Abschminken nehme ich statt Wattepads (Plastikverpackung und einmalige Verwendung und ab in den Müll) simple Microfasertücher. Vermutlich steckt das zwar auch recyceltes Plastik drin, aber dafür sind die ewig nutzbar und entfernen sogar Mascara.

    Weiter so, ich bin gespannt welche Erfahrungen und später noch berichten wirst 🙂

    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,

      ja, genau so sehe ich es auch. An manchen Stellen ist es echt schwierig ohne Plastik, aber wir verbrauchen so viel unnötiges Plastik, wo es gute Alternativen gibt.
      Die Idee mit den Microfasertüchern zum Abschminken ist auch gut. Ich hatte auch gelesen, dass manche auch kleingeschnittene, alte T-Shirts nehmen.
      Mal sehen, was ich noch entdeckt. Ich halte Euch auf dem Laufenden.
      Liebe Grüße!
      Maike

  4. toller artikel. und ich finde, jeder noch so kleine schritt in die richtige richtung ist wichtig. ich kann mir auf dem markt (!!!) immer wieder den mund fusselig reden: “nein, keine plastiktüte. auch den salat packe ich so ein” mein mittagessen transportiere ich fast nur noch in schraubgläsern und edelstahlfoodcontainern, auch wenn das mit dem glas ne irrsinnige schlepperei ist. bei den kosmetikartikeln klappt´s bei mir auch mal so mal so, aber kokosöl ersetzt auf jeden fall bodylotion, haarkur und make up entferner. danke für den tipp mit dem toilettenpapier – da klick ich gleich mal rüber.
    liebe grüße
    nike

    • Danke Nike!
      Ja, das erlebe ich auch, dass die Leute eher irritiert sind, wenn ich sage, ich möchte kein Plastik. Obwohl sie meist ehrlich interessiert sind. Ich hatte mit mehr Ablehnung gerechnet.
      Kokosöl ist super! Ich nutze das auch total gerne. Der nächste Step ist die selbstgemachte Bodylotion. Ich werde berichten. 🙂
      Liebe Grüße!
      Maike

  5. Wow, das ist ja phänomenal – also, wenn das nicht ein suuuuper Anfang ist. Hut ab.

    Auf die Lachgummis könnte ich auch nicht verzichten – sonst lach ich zum Schluss nicht mehr ;-), hab jetzt aber auf Pinterest ein Rezept für Joghurtgums gefunden, ich werde das mal testen – ansonsten ist Fruchtleder eine tolle Alternative (hier kommt aber wieder der enorme Energie-Aufwand ins Spiel).

    Nochmals: toll, toll, toll … ich werde auf deinen Artikel sicher zurückgreifen. glg Uli

    • Uli, ich hab es mir echt so für den Anfang gelegt, dass es funktionieren kann. Natürlich weiß ich, dass da noch ganz viel Optimierungspotential ist. Aber es macht Spaß und ich werde dran bleiben, das ist doch das Wichtigste. Und so ergibt sich eins nach dem anderen.
      Ich weiß, dass es verschiedene Varianten zum Selbermachen von Süssigkeiten und Chips gibt. Aber ehrlich gesagt, das esse ich immer dann, wenn ich nach einem langen Tag zuhause auf der Couch absacke. Und da hab ich nie Lust, mich noch hinzustellen und was zu zaubern. Aber mal sehen. Vielleicht bekomm ich ja irgendwann noch den Dreh und probier mal was aus. 🙂
      Liebe Grüße! 🙂

  6. Pingback: Über sich selber lachen, Lesen und Binge Watching - Meine Glücksmomente der Woche (03/02/18) - flowers-and-candies.de

  7. ein toller Artikel….. ich habe auch mal versucht ohne oder so gut wie ohne Plastik aus zukommen. Aber es ist gescheitert, weil ich mich in meinen Leben immer mehr eingeschränkt gefühlt habe. Leider. Natürlich benutze ich keine Tüten mehr und trage keine Fleece Pullover oder andere Bekleidung aus Plastik aber beim Lebensmittelkauf war es leider kaum möglich.

    • Das kann ich gut nachvollziehen. Ich glaube, ganz ohne geht es nicht und ich finde auch, man hat immer ein paar Dinge, auf die man nicht verzichten möchte oder bei denen es ohne Plastik zu aufwändig wird. Aber ich finde, es lohnt sich schon, auf einen Großteil Plastik zu verzichten. 🙂

  8. Hallo Maike, versuche auch seit Wochen Verpackungsreduziert einzukaufen. Meine Frage. Welche Behälter nimmst Du für Wurst und Käse? Irgendwie habe ich da noch nicht das Passende gefunden.

    • Ich kaufe wenig Wurst und Käse. Wenn ich das ordentlich plane, habe ich meine alten Tupperdosen dabei oder Brotdosen aus Edelstahl. Die funktionieren ganz gut.

  9. Ich muß ja zugeben, daß ich deinen Artikel vor einiger Zeit gelesen, aber leider auch wieder verdrängt hatte. Mit Sicherheit werde ich es nicht schaffen, so viel Plastik zu vermeiden, wie du es angestrebt hast, aber aktuell überlege ich z.B. mir entsprechende Beutel für Obst und Gemüse anzuschaffen. Auch eine Holzzahnbürste (dm) liegt bereits hier. Nur ein kleiner Einstieg, aber evt. kommt ja da noch mehr. Ganz auf Plastik zu verzichten wird mir nicht gelingen.

    LG Michael

    • Michael,
      ich selbst schaffe auch nicht soviel einzusparen, wie ich mir wünsche. Tatsächlich sammelt sich immer noch mehr als ich will im Gelben-Sack-Behälter. Aber ich finde, jede Plastikverpackung, auf die man verzichten kann, hilft schon mal ein kleines bißchen.
      Insofern ist es doch cool, wenn jeder versucht, seinen Teil beizutragen. 🙂
      Liebe Grüße!

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  11. Wegen der Schokolade mit Plastik oder Alu: Bei dm gibt es eine Bio-Schokolade, die aussieht, als wäre sie innen auch in Plastik eingepackt. Es steht aber ganz klein auf der Verpackung, dass die Folie aus natürlichen Stoffen ist und man sie sogar auf den Hauskompost geben darf!
    Ich hoffe sehr, dass das stimmt und kein Nepp ist. Und frage mich, warum es überhaupt noch Schokoladen in Alufolie oder Plastik gibt. Die Folie schützt die Schokolade sicher und danach ist sie kein Müll bzw. zersetzt sich.

    • Hallo Brida,
      danke für den Hinweis. Das wusste ich gar nicht. Darauf werde ich beim nächsten Einkauf mal achten.
      Viele Grüße!

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