Bewußter leben – Plastik reduzieren

Platikfasten

Dieser Artikel erschien erstmalig im März 2017. Ich habe mich seitdem immer wieder mit dem Thema Müllvermeidung beschäftigt und den Artikel daher im August 2018 noch mal aktualisiert und ergänze ihn auch weiterhin, wenn ich weitere plastikfreie Alternativen entdecke.

{Werbung aus Überzeugung}*

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Anfang März hatte Carolina vom Salzburger Blog Gute Güte einen Artikel über`s Plastikfasten geschrieben. Und da hab ich gedacht, ich häng mich da mal dran.
Nicht so dogmatisch. Ich wollte mir keinen riesigen Stress machen und auch nicht auf alles verzichten, was mir wichtig ist. Aber ich dachte, ich probier es mal aus. Sicher gibt es eine ganze Menge Produkte, die man genauso gut auch ohne Plastik kaufen kann.

Warum der Verzicht auf Plastik

Zum einen stört mich schon lange der ganze Müll, der sich bei mir sammelt. Ich trag ihn hoch, ich trag ihn wieder runter. Völlig nutzlos. Und das mit dem Wissen, dass es zwischen 100 und 450 Jahren dauert, bis Plastik verrottet ist. Und dass so unfassbar viel Plastik im Meer schwimmt. Krasse Vorstellung, oder?

Und auch für die Gesundheit soll Plastik nicht gut sein.

Also mein Plan: Ich will mal eine Zeit versuchen, deutlich weniger Einweg-Plastik zu konsumieren.

Was ich mir vorgenommen habe

Ich vermute von Anfang an, dass ich nicht komplett auf Plastik verzichten können werde. Und natürlich brauche ich erst mal die Dinge auf, die ich noch im Haus habe, auch wenn sie in Plastik verpackt sind. Sie wegzuwerfen, wäre ja auch Quatsch. Und meine Vorräte sind noch ordentlich voll. Aber ich nutze die Zeit, um bewußter einkaufen zu gehen und schon mal zu checken, was und wo ich zukünftig als Alternative kaufen werde.

Meine Frischhaltedosen und Dauerprodukte aus Plastik nutze ich erst mal weiter. Denn: Plastik wegwerfen ist noch schlechter als Plastik zu kaufen. Bei Neuanschaffungen achte ich aber darauf, eher Dosen aus Edelstahl oder Gläser zu kaufen. Dabei kann man natürlich auch Gläser mit Schraubverschluss (z. B. Konserven, Marmeladengläser) ausspülen und zur Aufbewahrung verwenden, statt sie im Altglas zu entsorgen.
Jetzt aber geht es mir erst mal um das Plastik, das nur einmal verwendet wird und dann im Müll landet.
Und die Verpackungen der “alten” Produkte werde ich nicht wie sonst einfach entsorgen, wenn sie leer sind, sondern als Aufbewahrung verwahren. Z. B. verwahre ich jetzt die Putzmittelflaschen um dort später selbstgemachtes Putzmittel einzufüllen. Und wenn ich Sachen mit Einwegverpackung kaufe, dann schaue ich immer, ob ich diese nicht zumindest noch ein zweites Mal verwenden kann. Brötchentüten vom Bäcker oder die Plastikbeutel vom Vogelfutter nutze ich jetzt als Müllbeutel.

Dass die Umstellung etwas aufwändig wird, ist mir klar. Aber ich denke, es ist teilweise einfach Gewöhnungssache, sich Alternativen und Beschaffungswege zusammenzustellen.
Andersrum arbeite ich Vollzeit und will meine freie Zeit auch nicht nur noch in Einkauf und Herstellung plastikfreier Produkte investieren. Mal sehen, was so geht.

Überrascht bin ich, weil nach genauerer Betrachtung auch die Bio-Supermärkte die gleichen Massen an Plastik in den Regalen haben wie die normalen. Das war mir vorher nie aufgefallen und ich hatte nicht wirklich damit gerechnet.
Seit kurzem gibt es einen Unverpacktladen bei mir um die Ecke. Das ist super. Dann kann ich zukünftig meine Behälter von zu hause mitnehmen und dort die Produkte in der Menge kaufen, wie ich sie benötige und nicht immer in der Menge, die mir die Geschäfte abgepackt anbieten.

So, das mal zur Ausgangslage.

Was mir geholfen hat: Das Buch “Besser leben ohne Plastik”

Da ich mir ein wenig hilflos vorkam, habe ich mal im Netz gesucht, was es da so gibt. Und ich habe das Buch Besser leben ohne Plastik von Anneliese Bunk und Nadine Schubert entdeckt. Also habe ich beim oekom Verlag ein Rezensionsexemplar angefragt, das ich auch bekommen habe. Dafür erst einmal herzlichen Dank!

Plastikfasten

Das Buch beschreibt sehr konkret die Folgen des massigen Plastikkonsums und erklärt, welche Verpackungen besser und welche schlechter sind.
Es gibt erste Tipps für Einsteiger, die recht einfach umzusetzen sind: Wie man Plastikfrei einkaufen kann und welche Produkte man gut wiederverwenden kann. Ich würde sagen, da ist viel bei, was jeder ohne großen Aufwand umsetzen kann. Es geht ja auch nicht immer um einen kompletten Verzicht, ein bewußter Umgang hilft ja oft auch schon.

Alternativen zu teuren und umweltschädlichen Reinigungskeulen werden vorgestellt, der Abfallstoff Kaffeesatz wird mit all seinen Wunderwirkungen beschrieben (z. B. Nutzung als Peeling oder als Geruchsneutralisierer im Kühlschrank). Das Thema Kinder und Plastik wird genau beleuchtet.
Es werden Bezugsquellen für plastikfreie Produkte genannt, die im normalen Handel nicht gut zu bekommen sind.
Also eine wirklich gute, praxisnahe Hilfe für alle, die ihren Plastikkonsum reduzieren möchten.

Was mir am Buch gefallen hat, ist, dass es nicht zu dogmatisch daher kommt. Es liefert jede Menge Anregungen und Infos, aber es überlässt dem Leser, welche er davon für sich umsetzen möchte. Ich fand es sehr inspirierend und wegweisend auf meinem Weg, das Plastik zu reduzieren.

Meine Erfahrungen und Learnings

Ich habe nach mittlerweile eineinhalb Jahren ein paar Schritte auf dem Weg gemacht und es gibt noch einiges zu entdecken und optimieren. Ich seh das als lebenslange Aufgabe, bewußter zu leben. In diesem Artikel teile ich gerne meine Erfahrungen mit Dir und erzähle, wie das so geklappt hat, wo ich gute Alternativen gefunden habe und wo es eher schwierig war, auf Plastik zu verzichten.

Lebensmittel

Milchprodukte

Milch und Milchprodukte kaufe ich zwischendurch in Flaschen bzw. Gläsern, wenn ich das im vollen Alltag unterbringen kann. Okay, die Flaschen sind schwerer zu tragen und ich muss sie wieder zurück zum Biomarkt bringen, aber das nehme ich so in Kauf. Quark habe ich bislang noch nicht ohne Plastik entdeckt, habe aber gelesen, dass es das auch geben soll.

Brot und Brötchen

Brot und Brötchen kaufe ich wenn möglich nicht mehr verpackt. Früher habe ich Brot immer schneiden lassen und bekam das dann im Plastikbeutel mit. Heute kaufe ich ganze Brote und schneide die Scheiben halt selbst ab. Statt mir Papiertüten geben zu lassen, lasse ich mir das Brot in meinen mitgebrachten Stoffbeutel* packen; so spare ich auch Papiermüll.
Das Brot teile ich für meinen Single-Haushalt in drei Teile. Ein Drittel lagere ich für den sofortigen Verbrauch in meinem Brotkasten*. Die anderen Drittel friere ich ein – im Stoffbeutel. Nicht so lange wie früher das Brot in der Plastiktüte. Aber für ein paar Wochen geht das gut. Und ganz ehrlich, die eingefrorenen Sachen, die schon seit 6 Monaten vergessen im Eisfach liegen, isst man doch auch nicht mehr so richtig mit Genuss, oder?
Statt plastikverpacktem Toast kaufe ich beim Bäcker einen Kastenstuten und schneide den. Schmeckt eh besser. Was ich grad nicht brauche, wird ebenfalls eingefroren.

Naturtasche

Obst und Gemüse

Gemüse und Obst bekomme ich im Supermarkt oft auch unverpackt. Was da nicht zu haben ist, kaufe ich auf dem Markt, im Bioladen oder beim Türken.
Diese dünnen Obst-Verpackungstüten im Supermarkt habe ich schon lange nicht benutzt und das Obst stattdessen lose in meinen Einkaufskorb gelegt. Für empfindliche Produkte wie Weintrauben, Tomaten o. ä habe ich mir kleine Netzbeutel aus Bio-Baumwollbeutel* (siehe Titelbild) gekauft, in die ich meine gesunden Einkäufe packen kann.

Aufschnitt

Wurst und Käse kaufe ich eher selten. Wenn ich da doch zuschlage, bemühe ich mich, sie auch nicht mehr in Plastikverpackungen kaufen. Stattdessen nehme ich meine Tupperdosen oder Edelstahlbehälter mit und lasse mir den Aufschnitt da rein packen.
Wie ich gelesen habe, klappt das wegen der Hygienevorschriften nicht überall, weil keine fremden Behältnisse hinter die Theke dürfen. Aber oft ist es möglich, seine Dose oben auf die Theke zu stellen und die Ware dort reinlegen zu lassen.

Getränke

Getränke sind für mich eher unkompliziert. Ich trinke sowieso meist stilles Wasser. Das zapfe ich am Wasserhahn zuhause und fülle es in meine Edelstahlflasche* oder in die stabile Soulbottle aus Glas. Die Plastikflaschen kaufe ich schon länger nicht mehr, weil ich keine Lust mehr auf das Geschleppe hatte. Da unser Wasser in Deutschland in der Regel sehr gut trinkbar ist, halte ich es nicht für sehr erstrebenswert, Wasser zu bezahlen, das die letzten Wochen in Plastik aufbewahrt wurde und auch noch nach hause zu tragen, wenn es bei mir direkt frisch aus dem Kran kommt. Und auch wenn Du lieber Kohlensäure im Wasser magst, dafür kannst Du Dir gut einen Sodastreamer* kaufen.
Säfte gibt es wenn möglich aus Glasflaschen statt aus dem Tetrapack. Bier und Wein ja sowieso.

Süßigkeiten

Süßigkeiten klappen so lala. Meine heißgeliebte Schokolade von Feodora konnte ich weiterhin kaufen (außen Papier, innen Alufolie. Ich weiß, ist auch nicht gut, aber immerhin kein Plastik.). Viele Schokoladen sind in Plastik verpackt, teilweise selbst teure Bioschokoladen.
Verpackungsfrei bekomme ich Schokolade, Pralinen und Weingummi bei Hussel oder in ähnlichen Läden, wenn ich mein eigenes Behältnis mitbringe. Das ist aber nicht wirklich günstig, insofern ist das für mich nicht die ideale Alternative.
Ansonsten achte ich drauf, dass ich bei Süssigkeiten nicht die Dinge erwischt, die alle einzeln verpackt sind. Das klappt nicht bei allem, aber manchmal entscheide ich mich dann zwischen zwei Produkten für die verpackungsärmere Variante.

Bei Chips habe ich keine Alternative gefunden. Selber herstellen wäre natürlich eine Lösung. Das scheint sogar ganz lecker zu sein, ist mir aber im Moment zu aufwändig.

Nudeln

Bei Nudeln hab ich mich immer geärgert, dass sie ebenfalls alle in Plastik verpackt sind. Und auch Barilla, die in Papier verpacken, ist ein Plastik-Fenster eingearbeitet. Aber gut, immerhin reduziert sich so die Plastikmenge.
Gerade habe ich im dm die Nudeln von Alb-Gold entdeckt und gekauft. Die sind in Plastikbeuteln verpackt. Noch hab ich sie nicht probiert, aber ich werde berichten, wie sie schmecken.

Kaffee

Das Thema Kaffee stand schon länger auf meiner Liste. Ich hatte eine Nespresso-Maschine, wofür ich mich immer sehr geschämt habe. Denn die Alu-Kapseln sind ein ökologisches Unding und Nestlé ist ein Konzern, den ich sowieso nicht mehr unterstützen möchte.
Also habe ich das diesen Monat endlich umgestellt: Ich hab mir zum Geburtstag von meinen Eltern eine Siebträgermaschine* schenken lassen. Dazu kaufe ich jetzt guten Kaffee in zwei Kaffeeröstereien hier in Dortmund, bei Neues Schwarz und im Kaffeeloft. Preislich liege ich damit deutlich besser als bei meinen Einkäufen in der Nespresso-Boutique. Und irgendwie ist der Einkauf auch noch viel sinnlicher, weil es in den Röstereien so schön nach Kaffee duftet.

Siebträgermaschine DeLonghi

Für Besuch habe ich eine Pressfilterkanne*. Dafür habe ich ebenfalls Kaffee in den Röstereien erstanden. Und so geht das Ganze dann mit wenig Verpackung ab.

Unterwegs essen

Beim Essen unterwegs muss ich umdenken:

  • Das Eis gibt es jetzt nur noch im Sitzen in der Porzellanschale – ist eh viel entspannter – oder im Hörnchen. Den Becher mit der Beschichtung und den Plastiklöffel nehme ich nicht mehr.
  • Ich muss jetzt dran denken, zu sagen, dass ich den Smoothie oder die Limo nicht mit Plastik-Strohhalm serviert bekommen möchte.
  • Pommes gibt es ohne Plastikgabel. Meine neue Lieblings-Pommesbude hat Holzgabeln. Woanders esse ich sie auch einfach schon mal mit den Fingern.
  • Neulich hab ich wieder nicht aufgegessen und wurde gefragt, ob ich das Essen mitnehmen möchte. Aus Gewohnheit hab ich ja gesagt – und ganz vergessen, dass mir das natürlich in Plastik verpackt wird… Zukünftig will ich daran denken, mir eine Dose mitzunehmen. Wirkst sicher schrullig, ist mir dann aber auch egal.

Kosmetikprodukte

Hygieneartikel

Toilettenpapier und Taschentücher kaufe ich jetzt von SmoothPanda. Denn: Toilettenpapier und Papiertaschentücher sind im normalen Einzelhandel immer in Folie verpackt. SmoothPanda fertigen Toilettenpapier und Taschentücher aus schnell nachwachsendem Bambus und versenden große Packungen im Karton ohne Plastik. Und es ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kuschelweich. 🙂
Die Taschentücher kommen ebenfalls im Großkarton. Dazu ersteht man eine schöne Blechdose, in die man die Tücher umfüllen kann. Das find ich gut und die Tücher sehen auch immer ansehnlich aus, egal wie lange man sie durch die Gegend trägt.
Die Produkte von Smooth Panda gibt es in Kürze auch in den dm-Läden.

Statt Wattepads – ebenfalls Plastikverpackung -, nutze ich jetzt waschbare Pads*. Ich habe eine Porzellandose im Bad stehen, darin bewahre ich die gewaschenen Pads auf und wasche sie auf 60 Grad, sobald alle verbraucht sind. In Hamburg habe ich neulich eine andere Variante von lastingthings.de entdeckt, die mir noch besser gefällt, weil sie noch weicher sind.

Bei Q-Tipps achte ich drauf, dass ich die mit dem Papierstäbchen erwische. Leider hat es bei dem Produkt vom dm, das ich nutze, hier noch eine kleine Folie in der Packung. Wie unnötig. Es weiß doch jeder, wie ein Q-Tipp aussieht. Mal sehen, ob ich die noch woanders entdecke, ohne Plastik.

Körperpflege

Körperpflege ist teilweise einfach ohne Plastik bekommen, teilweise nicht. Es gibt verschiedene Produkte, die man in wiederverwendbaren Metalldosen oder auch unverpackt kaufen kann.

Shampoo kann man zum Beispiel auch in fester Form kaufen. Das sieht dann aus wie ein Stück Seife und man verwendet es auch so. In der Hand aufschäumen, ins Haar einmassieren, ausspülen, fertig.
So ist es übrigens auch für Flugreisende im Handgepäck einfach mitzunehmen ohne an die 100ml-Behälter gebunden zu sein. Ab in die Seifendose und alles ist gut.

Festes HaarshampooSeife kaufe ich nur noch am Stück und nicht mehr als Flüssigprodukt, entweder in Papier verpackt oder am besten ganz ohne Verpackung.
Eine Alternative ist es auch, sich die Körperlotion selber zu machen. Aus dem Buch Besser leben ohne Plastik habe ich ein Rezept für Körperlotion entnommen. Mit Sheabutter, Mandelöl, Kokosöl und ein paar Tropfen Ätherischem Öl kann man sich prima eine natürliche und günstige Körperlotion zaubern. Für mich passt das leider mit meiner empfindlichen Haut nicht; ich brauche weiter die Produkte aus der Apotheke.

Letzten Sommer hatte ich mir nach einem Rezept von Mrs. Berry ein Zitronen-Zucker-Peeling selbstgemacht. Das hat so toll gerochen und eine so schöne Haut gemacht, dass ich es am liebsten jeden Tag benutzt hätte.

Bei Zahnbürsten* kaufe ich mittlerweile nur noch die aus Bambus. Sie können nach der normalen Gebrauchszeit im Biomüll entsorgt werden. Sie fühlen sich zwar erst etwas anders an als die Plastikbürsten, aber nach ein paar Tagen hab ich mich dran gewöhnt.
Die Verpackung ist übrigens auch komplett aus Papier. Eine super Alternative bei der ich geblieben bin.

plastikfasten

Make-up & Co

Zum Make-up-Entfernen nutze ich schon lange Kokosöl. Das klappt perfekt und es pflegt meine empfindliche Haut. Nebenbei ist es viel günstiger als herkömmliche Produkte.

Dekorative Kosmetika ist schon schwieriger. Da mag ich grad nicht auf meine gewohnten Produkte verzichten… Also hab ich dann doch wieder eine normale Mascara gekauft. Bei manchen Sachen bin ich zumindest auf Bioprodukte umgestiegen. Das hilft aber in Sachen Verpackungsmüll auch nicht.

Sonstiger Kram

Blumen sind häufig in Folie verpackt. Ich bemühe mich daher, alternative Einkaufsmethoden zu finden und gehe zum Beispiel gerne auf den Markt, Blumen kaufen. Tulpen konnte ich im Bioladen auch in Papier gewickelt kaufen. Vielleicht bietet auch der ein oder andere Markt da plastikfreie Alternativen.
Bei den Pflanzen für die Terrasse habe ich nicht anders gefunden als welche im Plastiktopf.

Mein Fazit

Der Versuch, Plastik wirklich zu fasten, war schon eine Herausforderung. Am Anfang war ich geschockt über die Masse an Dingen, die ich alle nicht kaufen kann, wenn ich auf Plastik verzichten will. Über einen langen Zeitraum fielen mir immer wieder Dinge ein, die ich neu besorgen wollte und für die ich keine oder nicht sofort eine Lösung gefunden habe.
Ein paar Produkte gibt es, auf die ich nicht verzichten will und bei denen ich nicht um Plastik herum gekommen bin. Dazu gehören z. B. Make-up, Blumen im Topf, Post-its, Dinge wie Pflaster, Desinfektionsspray, Weingummi und Chips.

Aber nach und nach lösen sich bei den meisten Sachen die Fragen und ich weiß jetzt, wo und wie ich vieles kaufen kann.
Wie ich schon vermutet habe, ist es an vielen Stellen nicht wirklich umständlich, auf Plastik zu verzichten. Am Anfang muss man sich umstellen, aber letztlich findet man neue Routinen und läuft die genau so lässig ab, wie man es vorher auch getan hat.

Meine Vorräte waren an einigen Stellen noch ziemlich voll. Da arbeite ich teilweise auch nach 18 Monaten immer noch meine Vorräte ab. Aber das ist ja auch mal ganz gut so. Das befreit mich von dem ganzen Kram in meinen Schränken und spart mir einige Ausgaben in der nächsten Zeit.

Apropos Ausgaben. Ich vermute, dass meine Einkäufe unter`m Strich nicht teurer sind als vorher.
Einerseits waren einige Einkäufe teurer. Das liegt aber auch daran, dass ich in anderen Geschäften eingekauft habe, z. B. im Bioladen, die teurer sind. Andersrum habe ich manches ganz stehenlassen, was wieder Geld gespart hat.
Aus Berichten anderer weiß ich, dass selbstgemachte Kosmetika und Reinigungsmittel deutlich günstiger sind als die aus dem Geschäft. Insofern denke ich, dass sich das irgendwann ausgleichen wird.

Mir hat es vor allem gut getan, bewußter einzukaufen. Zu gucken, was ich mitnehme und was nicht. Ich habe mich bei vielem gut umstellen können und habe teilweise auch Produkte stehenlassen, weil sie zu viel Plastik dabei hatten. Das fand ich oft nicht schlimm.
Auf bestimmte Produkte will ich einfach nicht verzichten.
Unter`m Strich bin ich mir aber sicher, dass meine Ökobilanz deutlich besser ausfällt und ich auf einem guten Weg bin.

Denn es hat mir Spaß gemacht und ich werde definitv dran bleiben. Ich weiß auch, dass das mit dem Plastik nicht alles ist. Müll fällt trotzdem noch viel an. Das Plastikfasten hatte für mich den Vorteil, dass ich jetzt grundsätzlich über Müllvermeidung nachdenke und auch an anderen Stellen versuche, Müll einzusparen.
Es scheint ein längerer Prozess zu sein, aber ich bin mir sicher, dass ich nach und nach neue Routinen finde und so immer bewußter einkaufen werde.

Hilfreiche Infos

Wenn Du auch Interesse hast, Deinen Plastikkonsum zu reduzieren, dann hab ich hier ein paar gute Ressourcen für Dich.

Hier kannst Du noch eine Folge von Planet Wissen zum Thema Plastik anschauen.

Hinweis: Um Deine Daten zu schützen, ist das folgende Video ist im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet. Sobald Du es aber startest, kann und wird Youtube Daten über Dich erheben. Mehr dazu in den Datenschutzbestimmungen.

So, das war mein erstes Mal mit dem Versuch Plastik zu reduzieren. Ist das für Dich auch eine Option? Lebst Du schon bewußter mit weniger Plastik oder Müll? Ich freue mich auf Deine Meinung und auch, wenn Du noch Tipps für mich hast, wie ich das Plastikfasten noch optimieren kann. Also: Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

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* Ich habe in diesem Artikel viele Links hinterlegt, damit Du direkt zu den Einkaufsmöglichkeiten der Produkte bekommst. Einige davon sind sogenannte Affiliate-Links von Amazon. Das bedeutet: Wenn Du ihnen folgst und dann bei Amazon das Produkt oder auch etwas anderes kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Ansonsten habe ich diesen Artikel aber aus eigenem Interesse geschrieben.  

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17 Kommentare

  1. Cool, dass du dabei bist, dann auch noch mit so einem wichtigen Thema und ausführlichen Post. Und wenn es dich dann auch noch glücklich macht: Umso besser :)! Im Kleinen versuche ich auch schon zu verzichten, aber ich habe noch einen riesigen Weg vor mir. Das mit den Chips würde mich allerdings am wenigsten herausfordern – selbstgemachte Chips schmecken echt toll, auch aus Gemüse! Hast du dir schon Gedanken um so etwas wie Schuhe gemacht? Nur noch Ledersohlen?!

    • Fee, Dir vielen Dank für die coole Aktion #Fürmehrerstemale! Die Sache mit den Schuhen hab ich noch nicht so drauf… Ich liebe ja Flip Flops. Allerdings werde ich mich da wohl künftig auch mehr zurückhalten…
      Grundsätzlich glaube ich, dass ein kompletter Verzicht auf Plastik für mich schwierig wird. Auf Schuhe mit Gummisohle will ich dann auch nicht verzichten. Ledersohlen sind im Winter ja eher so mittel… Aber ich finde, es ist auch ein Unterschied, ob man Plastik kauft, das man lange nutzt oder das man nach einmaliger Nutzung entsorgt. Ich weiß, das ist nicht ganz konsequent, aber man kann ja einen Schritt nach dem anderen machen. 🙂

  2. Du kaufst also auch Duschgel immer in Jahresrationen? 😉
    Danke für den spannenden Artikel. Ich hab es mir auch oft vorgenommen, aber nie so konsequent. Dein Artikel macht Lust auf mehr auszuprobieren und das ganze noch bewusster anzugehen. DAnke Dir dafür. LG Tanja

    • Hallo Tanja!
      Nee, eigentlich habe ich Duschgel nie bewußt als Jahresration gekauft… Aber irgendwie hab ich oft irgendwo was mitgenommen, was mir gefällt. Und jetzt, beim Plastikfasten stelle ich erstmals so richtig fest, wie viel davon ich tatsächlich noch im Haus habe… 🙂
      Schön, dass Du neue Inspirationen gefunden hast! Berichte mal, wenn Du neue Erkenntnisse gewonnen hast!
      Liebe Grüße!

  3. Hallo Maike,

    auf Plastik weitestgehend zu verzichten, finde ich toll. Manche Dinge sind sicher etwas schwerer umzusetzen als andere, aber ich denke, wenn jeder nur ein bisschen verzichtet und sich einschränkt, hilft das auch ungemein weiter.

    Die Baumwollnetze kannte ich noch gar nicht, wäre mal eine Überlegung diese zu probieren. Zum Abschminken nehme ich statt Wattepads (Plastikverpackung und einmalige Verwendung und ab in den Müll) simple Microfasertücher. Vermutlich steckt das zwar auch recyceltes Plastik drin, aber dafür sind die ewig nutzbar und entfernen sogar Mascara.

    Weiter so, ich bin gespannt welche Erfahrungen und später noch berichten wirst 🙂

    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,

      ja, genau so sehe ich es auch. An manchen Stellen ist es echt schwierig ohne Plastik, aber wir verbrauchen so viel unnötiges Plastik, wo es gute Alternativen gibt.
      Die Idee mit den Microfasertüchern zum Abschminken ist auch gut. Ich hatte auch gelesen, dass manche auch kleingeschnittene, alte T-Shirts nehmen.
      Mal sehen, was ich noch entdeckt. Ich halte Euch auf dem Laufenden.
      Liebe Grüße!
      Maike

  4. toller artikel. und ich finde, jeder noch so kleine schritt in die richtige richtung ist wichtig. ich kann mir auf dem markt (!!!) immer wieder den mund fusselig reden: “nein, keine plastiktüte. auch den salat packe ich so ein” mein mittagessen transportiere ich fast nur noch in schraubgläsern und edelstahlfoodcontainern, auch wenn das mit dem glas ne irrsinnige schlepperei ist. bei den kosmetikartikeln klappt´s bei mir auch mal so mal so, aber kokosöl ersetzt auf jeden fall bodylotion, haarkur und make up entferner. danke für den tipp mit dem toilettenpapier – da klick ich gleich mal rüber.
    liebe grüße
    nike

    • Danke Nike!
      Ja, das erlebe ich auch, dass die Leute eher irritiert sind, wenn ich sage, ich möchte kein Plastik. Obwohl sie meist ehrlich interessiert sind. Ich hatte mit mehr Ablehnung gerechnet.
      Kokosöl ist super! Ich nutze das auch total gerne. Der nächste Step ist die selbstgemachte Bodylotion. Ich werde berichten. 🙂
      Liebe Grüße!
      Maike

  5. Wow, das ist ja phänomenal – also, wenn das nicht ein suuuuper Anfang ist. Hut ab.

    Auf die Lachgummis könnte ich auch nicht verzichten – sonst lach ich zum Schluss nicht mehr ;-), hab jetzt aber auf Pinterest ein Rezept für Joghurtgums gefunden, ich werde das mal testen – ansonsten ist Fruchtleder eine tolle Alternative (hier kommt aber wieder der enorme Energie-Aufwand ins Spiel).

    Nochmals: toll, toll, toll … ich werde auf deinen Artikel sicher zurückgreifen. glg Uli

    • Uli, ich hab es mir echt so für den Anfang gelegt, dass es funktionieren kann. Natürlich weiß ich, dass da noch ganz viel Optimierungspotential ist. Aber es macht Spaß und ich werde dran bleiben, das ist doch das Wichtigste. Und so ergibt sich eins nach dem anderen.
      Ich weiß, dass es verschiedene Varianten zum Selbermachen von Süssigkeiten und Chips gibt. Aber ehrlich gesagt, das esse ich immer dann, wenn ich nach einem langen Tag zuhause auf der Couch absacke. Und da hab ich nie Lust, mich noch hinzustellen und was zu zaubern. Aber mal sehen. Vielleicht bekomm ich ja irgendwann noch den Dreh und probier mal was aus. 🙂
      Liebe Grüße! 🙂

  6. Pingback: Über sich selber lachen, Lesen und Binge Watching - Meine Glücksmomente der Woche (03/02/18) - flowers-and-candies.de

  7. ein toller Artikel….. ich habe auch mal versucht ohne oder so gut wie ohne Plastik aus zukommen. Aber es ist gescheitert, weil ich mich in meinen Leben immer mehr eingeschränkt gefühlt habe. Leider. Natürlich benutze ich keine Tüten mehr und trage keine Fleece Pullover oder andere Bekleidung aus Plastik aber beim Lebensmittelkauf war es leider kaum möglich.

    • Das kann ich gut nachvollziehen. Ich glaube, ganz ohne geht es nicht und ich finde auch, man hat immer ein paar Dinge, auf die man nicht verzichten möchte oder bei denen es ohne Plastik zu aufwändig wird. Aber ich finde, es lohnt sich schon, auf einen Großteil Plastik zu verzichten. 🙂

  8. Hallo Maike, versuche auch seit Wochen Verpackungsreduziert einzukaufen. Meine Frage. Welche Behälter nimmst Du für Wurst und Käse? Irgendwie habe ich da noch nicht das Passende gefunden.

    • Ich kaufe wenig Wurst und Käse. Wenn ich das ordentlich plane, habe ich meine alten Tupperdosen dabei oder Brotdosen aus Edelstahl. Die funktionieren ganz gut.

  9. Ich muß ja zugeben, daß ich deinen Artikel vor einiger Zeit gelesen, aber leider auch wieder verdrängt hatte. Mit Sicherheit werde ich es nicht schaffen, so viel Plastik zu vermeiden, wie du es angestrebt hast, aber aktuell überlege ich z.B. mir entsprechende Beutel für Obst und Gemüse anzuschaffen. Auch eine Holzzahnbürste (dm) liegt bereits hier. Nur ein kleiner Einstieg, aber evt. kommt ja da noch mehr. Ganz auf Plastik zu verzichten wird mir nicht gelingen.

    LG Michael

    • Michael,
      ich selbst schaffe auch nicht soviel einzusparen, wie ich mir wünsche. Tatsächlich sammelt sich immer noch mehr als ich will im Gelben-Sack-Behälter. Aber ich finde, jede Plastikverpackung, auf die man verzichten kann, hilft schon mal ein kleines bißchen.
      Insofern ist es doch cool, wenn jeder versucht, seinen Teil beizutragen. 🙂
      Liebe Grüße!

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